Neuer Flyer 2012

Der neue Flyer für das Jahr 2012 ist da! Über den folgenden Link kann dieser aufgerufen werden. Er enthält alle Informationen und Termine für die kommenden Veranstaltungen im Rahmen des Dersim-Projekts.

Das Projekt-Team dankt den zahlreichen Teilnehmenden sowie allen Interessierten für einen erfolgreichen Projektverlauf und freut sich darauf, die spannende und intensive Arbeit rund um das Thema “Dersim” in 2012 fortzusetzen!

Dersim_Projekt_Flyer2012

 

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Dialogveranstaltung Dersim 37/38

Am 20.11.2011 fand die Dialogveranstaltung im Rahmen des Dersim-Projekts und anlässlich des 74. Gedenktages Seyit Rizas, dem geistigen Anführer der Dersimer, statt. Viele Dersimer und Nicht-Dersimer kamen für diese Veranstaltung in den Räumlichkeiten des Centrum Westende in Duisburg-Meiderich zusammen und gedachten der Opfer des Dersim-Genozids von 1937/38.

Mit viel Musik und verschiedenen Redebeiträgen (unter anderem von Klaus Amoneit, aktuelles forum nrw und Düzgün Kücükdogan, Dersim Gemeinde Rhein-Ruhr) wurde eine  dem Anlass entsprechende Atmosphäre geschaffen und an die Geschehnisse von damals erinnert.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Podiumsgespräch, an dem Vertreter verschiedener Migrantengruppen teilnahmen. Das Podium stand im Zeichen der Annäherung und Versöhnung und sollte einen Dialog zwischen den Gruppierungen im Umgang mit den Ereignissen in Dersim eröffnen. Bedauerlich war es jedoch, dass kein Vertreter der türkischen Seite bereit war, an dem Gespräch teilzunehmen.

Als ersten Gesprächsteilnehmer begrüßte die Moderatorin Marissa Turac ein Gründungs- und Vorstandsmitglied der Dersim Gemeinde Rhein-Ruhr, Hüsseyin Güngör. Auf die Frage, warum es wichtig sei, von Deutschland aus an die Geschehnisse in Dersim zu erinnern, antwortete er mit dem Verweis darauf, dass die Geschichte Dersims in der Türkei auch heute noch als ein Tabuthema gilt. Des Weiteren sieht er seine Aufgabe und die Aufgabe der Dersimer im Allgemeinen darin, die Geschichte seiner Vorfahren zu bewahren,  weiterzugeben und sie vor allem auch den in Deutschland lebenden MigrantInnen zugänglich zu machen, um Aufklärung zu leisten.

Ein weiterer Gast war Memet Çetin, ein Dichter und Schriftsteller aus den Niederlanden. Er stammt ursprünglich aus Dersim und schreibt seine Werke in den Sprachen der Dersimer Aleviten (Zaza und Kurmanci). Er betonte die Bedeutsamkeit, das Kulturgut Sprache zu erhalten, betonte aber auch wie wichtig es für ihn sei, sich für seine Vorfahren und ihre Geschichte einzusetzen. Besonders eindringlich stellte er die Tatsache dar, dass der Dersim-Genozid von der türkischen Regierung nicht als Völkermord anerkannt wird.

Auch Ali Ertan Toprak, unter anderem zweiter Vorsitzender der Alevitischen Gemeinde Deutschlands und Mitglied des Bundesbeirats für Integration,  sprach sich für eine Aufklärung im Hinblick auf die Geschichte Dersims aus. Er sagte, viele Betroffene in der Türkei seien noch immer traumatisiert von den Ereignissen und durch die türkisch kemalistische Ideologie dauerhaft eingeschüchtert. Um dieser Einschüchterung entgegenzuwirken, bedarf es vor allem einer wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschichte. In diesem Zusammenhang wies Ali Ertan Toprak darauf hin, dass an der Universität Köln nun erstmals ein Lehrstuhl für das Alevitentum vergeben wird. Das Alevitentum stellt in Deutschland mittlerweile die drittgrößte Religionsgemeinschaft dar.

Sileman Gürcan ist Vorsitzender der Föderation der Arbeiter aus der Türkei in Deutschland, einem politisch orientierten Verein mit dem thematischen Schwerpunkt der Arbeiterbewegung. Da seine Eltern und seine Frau aus der Dersim-Region stammen, hat auch er ein besonderes Verhältnis zum Thema. Er betonte ebenfalls, dass die Geschichte Dersims einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden und das Massaker als solches akzeptiert werden muss. Außerdem deutete Sileman Gürcan noch darauf hin, dass die Unterdrückung und Bedrohung der Dersimer auch heute noch aktuell ist und erläuterte dies anhand des Staudamm-Projekts im Osten der Türkei, welches die Flutung der Region vorsieht und weiteres großes Leid über die Dersimer bringen würde.

Ali Ülger, Herausgeber der Zeitschrift “Kizilbas” (dt.: Rotschopf) erörterte darüber hinaus noch die weitreichenden geschichtlichen Zusammenhänge und ordenete den Dersim-Genozid in die Geschichte der Türkei ein. Für den heutigen Umgang mit der Geschichte sei es für alle Dersimer aber besonders wichtig, endlich eine Entschuldigung für das Leid und die Verbrechen zu erhalten. Denn nur so könne eine Annäherung der Gruppierungen erfolgen und die traurige Geschichte Dersims verarbeitet werden.

Als einen weiteren Teilnehmer der Gesprächsrunde begrüßte die Moderatorin Ali Şirin, Sozialwissenschaftler und Vorstandsmitglied der Alevitischen Gemeinde NRW. In seinem Redebeitrag ging er vor allem auf die geschichtliche Aufarbeitung ein. Dafür sei es auch in Deutschland wichtig, türkische Geschichte in den Schulunterricht zu integrieren, um vor allem auch Jugendliche über Ereignisse aus der Vergangenheit aufzuklären.

Amar Azzoug, Gründer und Vorsitzender des Vereins “Bunter Tisch” ist seit über 20 Jahren in der Migrationsarbeit tätig und kooperiert dabei mit Vertretern aus rund 52 Ländern. Auf die Frage, wie ein Dialog zwischen verschiedenen Gruppierungen gefördert werden kann, antwortete er mit dem Appell, die Rahmenbedingungen für fruchtbare Gespräche einzuhalten, respektvoll miteinander umzugehen und so gemeinsam an der Zukunft zu arbeiten.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass es notwendig ist, die Geschehnisse des Dersim-Genozids kritisch aufzuarbeiten, sich für ihre (internationale) Anerkennung einzusetzen und den Dialog zwischen den verschiedenen Gruppen, sowohl in Deutschland als auch in der Türkei, zu fördern … ganz im Sinne des Projektnamen “Geschichte verstehen & Zukunft gestalten”.

Während der Veranstaltung führten Teilnehmende des Dersim-Projekts in den ruhigen und gemütlichen Nebenräumen auch Interviews mit Besuchern durch, welche die Geschichte der Region Dersims zum Teil nur durch Erzählungen ihrer Vorfahren kennen, sie aber dennoch einen großen Teil ihrer eigenen Geschichte ausmacht.

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Dersim 1937/38 – Dialogveranstaltung

Seyit Riza

Anlässlich des 74. Gedenktages Seyit Rizas, dem geistlichen Anführer der Dersimer, findet am 20. November im Centrum Westende (Duisburg-Meiderich) eine Dialogveranstaltung zum Thema “Dersim 1937/38″ statt.

Es wird ein buntes Programm mit verschiedenen Künstlern, Musik und vielfältigen Redebeiträgen geben. Auch erste Ergebnisse des Dersim-Projekts sollen durch die TeilnehmerInnen an diesem Tag vorgestellt werden.

Des Weiteren wird der Film “kara vagon” gezeigt, der die Geschichte Dersims thematisiert.

Der Regisseur Özgür Fındık konnte ebenfalls für diese Veranstaltung als Redner gewonnen werden.

Weitere Informationen:

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Fotos zum Seminar III

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Seminar III zum Thema Biografiearbeit

Das 3. Seminar im Rahmen des Projekts fand am zurückliegenden Wochenende, vom 14. bis 15. Oktober statt. Die Veranstaltung sollte als Einführung in die Biografiearbeit dienen und auf die Durchführung von ZeitzeugInnen-Interviews vorbereiten. Dafür kamen die Teilnehmenden dieses Mal nach Witten.

Die Leitung des Seminars übernahmen Norbert Tillmann vom aktuellen forum und Anna Hepp, eine Expertin für Dokumentarfilme. Beide haben bereits viel Erfahrung im Bereich der Interviewführung, der Arbeit mit ZeitzeugInnen und haben darüber hinaus bereits eigene Dokumentarfilme gedreht.

Der erste Veranstaltungstag diente dazu, eine theoretische Basis zu schaffen. Die Referenten gingen auf die Besonderheiten biografischer Interviews ein und zeigten anregende Ausschnitte aus Dokumentarfilmen. Außerdem wurden die Rahmenbedingungen und die Auswahl eines angemessenen Settings besprochen.

Am darauf folgenden Seminartag versuchten die Teilnehmenden sich dann selbst als Interviewer. Nach einer ausführlichen Einweisung in das technische Equipment, bestehend aus Kameras, verschiedenen Mikrofonen und Ton-Zubehör, wurde der Umgang und die richtige Anwedung geübt. Dazu simulierten die TeilnemerInnen zum einen biografische Interviews in Form von Rollenspielen, gingen aber zum anderen auch auf die Straße und führten kurze Interviews mit Passanten durch. Dabei stellte sich schnell heraus, dass Routine im Umgang mit der Technik und eine vorab geregelte Aufgabenverteilung für einen reibungslosen Ablauf unerlässlich sind.

Abschließend konnte durch die gemeinsame Erarbeitung ein Fragenkatalog erstellt werden, der bei der Interviewführung mit ZeitzeugInnen verschiedener Generationen zum Thema “Dersim” als Leitfaden dienen soll.

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigten, dass sie dieses Seminar als äußerst interessant und wichtig empfanden, um die verantwortungsvolle Aufgabe, ZeitzeugInnen zu ihren persönlichen Geschichten zu befragen, auch erfolgreich meistern zu können. Sie haben viele Tipps durch die Seminarleitung erhalten, konnten sich aber auch in Gesprächen und Übungen selbst einbringen und eine Grundlage für die bevorstehende Arbeit mit den ZeitzeugInnen erarbeiten.

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Ankündigungen

Im Oktober und November 2011 sind weitere Veranstaltungen im Rahmen des Dersim Projekts geplant:

14.-15. Oktober – Seminar III

Die Durchführung von biografischen Interviews erfordert besondere Sensibilität und Feinfühligkeit. An diesem Seminarwochende sollen Grundlagen der Biografiearbeit thematisiert und ein Leitfaden für Interviewführungen erarbeitet werden. Des Weiteren werden die Teilnehmenden auch eine technische Einführung erhalten. Das Seminar findet in Witten (mit Übernachtung) statt.

20. November – Dialogveranstaltung

Es gibt viele unterschiedliche Sichtweisen im Hinblick auf die Geschichte der Dersim Region. Zu dieser Tagesveranstaltung werden Gäste aus verschiedenen Interessensgruppen eingeladen, um einen Austausch zu ermöglichen und den Dialog zwischen den Gruppen zu fördern. Außerdem werden die bisherigen Ergebnisse der Projektarbeit vorgestellt. Die Veranstaltung findet im Centrum Westende, Westender Str. 30, 47138 Duisburg statt.

Bei Interesse, Fragen oder Anregungen bzgl. der Veranstaltungen stehen die Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

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Seminar II zum Dersim-Genozid

Das Vertiefungsseminar zum Thema “Dersim-Genozid von 1937/38″ fand am 4. und 5. Juni statt. Zahlreiche TeilnehmerInnen machten sich dafür erneut auf den Weg nach Duisburg und kamen in den Räumlichkeiten der Dersim Gemeinde zusammen.

Zu Gast war an diesem Wochenende der Sozialwissenschaftler Ali Arslan Yildiz von der Utrecht-Universität in den Niederlanden. Er ist Experte auf dem Gebiet der “oral history” und besitzt fundierte Kenntnisse bezüglich ZeitzeugInnen und Interviewführung.

Das Thema “Dersim” liegt ihm besonders am Herzen, da ein Teil seiner Familie selbst aus dieser Region stammt und er mit Geschichten aus der damaligen Zeit aufgewachsen ist.     Neben geschichtlichen Details zum Dersim-Genozid ging der Wissenschaftler ebenfalls auf die Vorbereitung und Durchführung biografischer Interviews ein.                           Er betonte immer wieder, dass dabei vor allem der sensible und feinfühlige Umgang mit den ZeitzeugInnen und ihren (Lebens-) Geschichten grundlegende Voraussetzung sein muss.

Ali Arsland Yildiz lieferte viele interessante Informationen, gab den Teilnehmenden aber auch reichlich Raum für Fragen und Anmerkungen. So kamen auch an diesen Tagen die TeilnehmerInnen wieder ins Gespräch und konnten weitere spannende Eindrücke sammeln.

Das nächste Seminarwochenede findet vom 14. bis 16. Oktober statt, an dem die TeilnehmerInnen in die Thematik der Biografiearbeit eingeführt werden sollen.

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